• Konzertveranstaltung
  • Konzertreihe

07.06.26 ab 17:00 Uhr

Musik von 4 Emporen

Harmonie der Sphären / Cappella Murensis, Il Fuoco eterno

Klingende Himmelskörper? In der Barockzeit herrschte die Vorstellung, dass die Harmonie der Musik die Proportionen des Universums widerspiegelt. Neu war diese Idee nicht: Schon der antike Philosoph Pythagoras sprach von der Sphärenharmonie als universeller Ordnung, die Musik, Zahl und Kosmos verbindet. Der habsburgische Hofmathematiker Johannes Kepler stellte schliesslich durch astronomische Beobachtungen fest, dass das Verhältnis der Bahngeschwindigkeiten der Planeten zueinander mathematisch tatsächlich ziemlich genau musikalischen Akkorden entsprach.

Athanasius Kircher, Universalgelehrter des Papstes in Rom, griff diesen Gedanken auf und entwarf seine Vision einer umfassenden «Weltharmonie». Die Klosterkirche Muri mit ihrem Oktogon und den vier Musikemporen ist steingewordener Ausdruck dieser Vorstellung eines wohlproportionierten, klingenden Kosmos, in dessen Zentrum wir als Zuhörer:innen regelrecht im Klang der vielen Stimmen schweben. Komponisten wie Orazio Benevoli entwickelten in der Mitte des 17. Jahrhunderts den römischen «Kolossalstil» und erschufen durch Vielstimmigkeit und Mehrchörigkeit eindrucksvolle Klangräume.

Diese Ideenwelten und Klangeindrücke sogten Komponisten wie Johann Caspar Kerll oder Johann Philipp Baudrexel während ihrer Studien in Rom auf und trugen sie mit sich zurück in den Raum nördlich der Alpen. Beide waren persönliche Weggefährten des exakt vor vierhundert Jahren in Bremgarten geborenen Johann Melchior Gletle, der sich diese neue Klangsprache ebenfalls aneignete und dadurch zum wichtigsten Schweizer Komponisten seines Jahrhunderts wurde. In ihren Werken erleben wir den Zauber der mehrchörigen Klangarchitektur als berauschende barocke «Himmelsmusik».

Cappella Murensis
Il Fuoco eterno

Christoph Anzböck – Leitung

Veranstaltungsort

Klosterkirche Muri

Veranstalter

Klosterkirche Muri

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