Werden – Sein – Vergehen ...

Liebe Leserinnen, liebe Leser

... so heisst das Tryptichon von Giovanni Segantini, das - entstanden zwischen 1896 und 1899 - in drei grossformatigen Landschaftsbildern aus dem Engadin und Bergell den Jahreszyklus und im übertragenen Sinne den Lebenszyklus abbildet. Steht im Zyklus des Engadiner Malers das Vergehen am Ende, so passt dies sicher zur landläufigen Vorstellung und Empfindung des Novembers. Wird doch dieser Monat in vielen Gedichten beschrieben als eine Zeit der inneren Einkehr, des Fallens und Verschwindens.

Er beinhaltet aber mit Blick auf seine wichtigsten Feste neben dem Rückzug auch Aspekte, die einen ganzen Zyklus und Aufbruch darstellen.

November 2026

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Novembertag

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.

Leiser wird die Hand, der Mund,
stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund,
träumen Mensch und Erde.

Christian Morgenstern

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