Ostern - Auferstehung - Denk(an)stösse
wir feiern in wenigen Tagen Ostern – ich freue mich besonders auf die Osternachtfeier, etwa auf die Momente, wenn nach zweitägigem Schweigen die Orgel mit dem Gloria wieder einsetzt oder wenn kurz darauf nach längerer Unterbrechung erstmals das Halleluja wieder angestimmt wird.
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Nach längerer Unterbrechung? In einem Anfang März veröffentlichten Artikel dieses Magazins war zu lesen, dass dies nicht überall eingehalten wird (Renata M. Jeker: «Kirchenmusikalische Grenzwertigkeiten»). Ging es dort um den unbedachten Musikbeitrag einer Organistin, so muss hier festgestellt werden, dass auch Theologinnen und Theologen, wenn sie auf die Auswahl der Gemeindelieder Einfluss nehmen, die Österliche Busszeit bisweilen eigenmächtig unterbrechen oder ausser Kraft setzen, paradoxerweise vor allem in Gemeinden, in denen das Halleluja an seiner vorgesehenen Stelle im Ablauf des Gottesdienstes – also als Ruf vor dem Evangelium – ausserhalb der Fastenzeit weitgehend vernachlässigt wird. Verbürgt ist ebenso die Geschichte von der regelmässigen Mitwirkung eines Gastchors, dem in jedem Jahr erklärt werden musste, dass nicht alles, was er nach Ostern an einem anderen Ort öffentlich singt, bereits in einem intern als «Generalprobe» bezeichneten gottesdienstlichen «Auftritt» vor Ostern stimmig ist. Als einer dieser Gottesdienste zu Ende ging, rief der diensthabende Aushilfsorganist vorschnell: «Habt Ihr noch ein’s?» - worauf am Passionssonntag, also eine Woche vor dem Palmsonntag, ein tänzerisches Halleluja gesungen wurde.




