Aus der Zeit gefallen
Geschätzte Leserin,
geschätzter Leser,
viele Menschen machen sich zum Jahreswechsel Gedanken, halten in einem Moment der Einkehr Rückschau oder blicken mit Vorsätzen und neuen Zielen für das beginnende Jahr in die Zukunft. In jedem Fall ist der Beginn von etwas Neuem damit verbunden, sich der Zeit als solcher bewusst zu werden. Und somit unweigerlich auch der Konstanten sowie der Veränderungen, die sie mit sich bringt.
Ich lade Sie herzlich ein, mit mir über ein paar Aspekte zu diesem Thema nachzudenken.
Ein gesegnetes Neues Jahr.
Aus der Zeit gefallen – nicht mehr zeitgemäss?
Kirche, Religion, Gottesdienstbesuch. Die Zahl der Menschen, die selbst an hohen Feiertagen heute noch in eine Messe kommen, spricht eine eindeutige Sprache. Waren in «meiner» Kirche vor 20 Jahren in der Mitternachtsmesse noch fast alle 800 Plätze besetzt, hat sich vergangene Weihnacht ein ganz anderes Bild gezeigt. Die Zahl hat sich halbiert. Wenn ich mich mit Kolleginnen und Kollegen austausche, klingt es vielerorten nicht anders.
Althergebrachte Messfeiern und Gottesdienste – aus der Zeit gefallen?
Ähnlich sieht es in vielen Gegenden mit klassischen Kirchenchören aus. Zurückgehende Zahlen an Mitgliedern auch hier. Boomen an manchen Orten vielleicht noch Gospelchöre oder Ensembles, die in Konzerten aktiv sind, so tun sich Kirchenchöre schwer, Nachwuchs zu finden.
Traditionelles Singen im liturgischen Kontext – aus der Zeit gefallen?
Hatte unser Fachmagazin «Musik und Liturgie» vor 25 Jahren noch einen Stamm an Abonnierenden, der einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichte, sind die Zahlen inzwischen so weit zurückgegangen, dass weitreichende Konsequenzen gezogen werden mussten. Auch die neue digitale Form kommt noch nicht auf die nötige Zahl an treuen Leserinnen und Lesern.
Ein Fachmagazin für Kirchenmusik – aus der Zeit gefallen?



